Bluthochdruck

Bluthochdruck Blutdruckmessung

Bluthochdruck ist ein stiller Geselle, der die Gesundheit schleichend verschlechtert. So steigert er unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch anderen Organen droht Schaden. Doch woher kommt es, dass so viele Menschen einen Bluthochdruck haben?

Was ist Bluthochdruck eigentlich?

Bluthochdruck wird auch als Hypertonie bezeichnet. Von Bluthochdruck spricht man dann, wenn der systolische, der diastolische Wert oder beide bestimmte Werte übersteigen. Dabei werden laut WHO folgende Abstufungen gemacht:

Bereich                            Systolisch mmHg     Diastolisch mmHg    
Optimal ………………………< 120< 80
Normal  ……………………….< 130< 90
Hochnormal  ……………….130 bis 13985 bis 89
Hypertonie Grad 1  ……..140 bis 15990 bis 99
Hypertonie Grad 2  ……..160 bis 179100 bis 109
Hypertonie Grad 3  ……..>= 180>= 100

Quelle: http://www.blutdrucktabelle.net/blutdrucktabelle.html

Bluthochdruck kann zu ernsten Folgeerkrankungen führen, ist aber selber auch eine Folge anderer Gesundheitsprobleme. Zunächst bemerken Betroffene nichts davon, denn Bluthochdruck selber tut nicht weh.

In den meistens Fällen (ca.95%) handelt es sich um eine sogenannte essentielle Hypertonie.

„Essentiell“ bedeutet, dass sich keine organischen Ursachen, wie Hormonstörungen u.ä. feststellen lassen. Deshalb lässt sich auch keine messbare („wissenschaftliche“) Erklärung für den hohen Blutdruck finden, worauf eine Therapie basieren könnte.

Essentielle Hypertonie kann auf eine Vielzahl von Ursachen zurückgehen. Meistens haben diese mit der Lebens- und Ernährungsweise der Betroffenen zu tun.

Essentiell Hypertonie wird auch primäre Hypertonie genannt.

Moderne Lebensweise

Die Errungenschaften unserer modernen Lebensweise nehmen uns viele Mühen ab. Dank des technischen Fortschritts können wir uns öfter den angenehmen Dingen des Lebens widmen.

Und natürlich gehört dazu auch das Essen, was wir allzu gern genießen. Doch nicht selten artet es bei einer Reihe unserer Zeitgenossen in Völlerei aus. Gepaart mit Bewegungsarmut birgt das viele Risiken für unsere Gesundheit.

Allerdings erleiden wir trotz dieser Erleichterungen regelmäßig Stress. 

Wir werden nicht selten im Beruf unter Druck gesetzt, „Leistung“ zu bringen. Folglich können wir berufliche und familiäre Angelegenheiten nicht immer so leicht unter einen Hut bringen, was die Lebensqualität schmälert.

Ist das nicht paradox?

Sollten wir in unserer modernen und technisierten Welt nicht eine leichtes und entspanntes Leben führen können?

Doch so funktioniert unsere auf Wachstum getrimmte Gesellschaft eben nicht.

Wir stehen trotz alledem irgendwie immer unter (Hoch-) Druck.

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Negativer Stress fördert Bluthochdruck

Die Stressmechanismen in unserem Körper basieren auf Hormonen, die in Stresssituationen ausgeschüttet werden. Wir haben dann für eine begrenzte Zeit mehr Stresshormone im Blut und können schneller Laufen oder mit mehr Kraft und wacherem Geist kämpfen.

Dabei steigt auch der Blutdruck an.

Gleichzeitig werden andere Körperfunktionen, wie z.B. die Verdauung und wichtige Immunprozesse gedrosselt. Nach durchlebtem Kampf oder erfolgter Flucht sinkt der Stresshormonspiegel aber wieder ab. Und so kann auch der Blutdruck wieder auf seine normalen (Ruhe-) Werte zurückkehren.

Sind wir jedoch unter permanentem Stress, weil z.B. nach dem anstrengenden Arbeitstag zuhause gleich die familiären Herausforderungen warten, dann fehlen Körper und Geist die Erholungsphasen.

Wenn solch ein Zustand längere Zeit andauert, kann das zu einem permanent erhöhten Blutdruck beitragen.

Übergewicht und Bluthochdruck

Immer mehr Menschen sind übergewichtig. Und viele davon haben Bluthochdruck. Aber wie hängt das zusammen? Der Hauptschuldige scheint das übermäßige Bauchfett zu sein.

Denn es produziert vermehrt Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) und ändert die Produktion von Stoffwechselhormonen (Leptin und Adiponektin).

Letztere, steuern einerseits unser Sättigungsgefühl und beeinflussen andererseits die Energieaufnahme der Zellen.

Leider führt das zu mehr Nahrungsaufnahme und auch erhöhtem Zuckerspiegel und Insulinspiegel. Die Gefahr, Diabetes zu entwickeln steigt deshalb bei starkem Übergewicht an.

Aus dem erhöhten Blutzucker resultiert dabei die Eindickung des Blutes und das Herz muss mit mehr Druck pumpen.

Während dessen erhöht Insulin im Blut die Entzündungsneigung noch einmal.

Darüber hinaus kann die vermehrte Leptinausschüttung sogar den Blutdruck direkt erhöhen.

Im Zuge dieser veränderten Hormonlage wird auch das sog. sympathische Nervensystem stärker stimuliert, was den Blutdruck ebenfalls erhöht.

Ausführlichere Erläuterungen zu den Bauchfetthormonen gibt es im entsprechenden Absatz des Adipositas-Artikels.

Verhärtung der Gefäßwände und Arteriosklerose

Unter bestimmten Voraussetzungen kommt es dazu, dass sich die Gefäßwände verdicken, verhärten und sich Risse bilden. Es kommt zu Ablagerungen, die man landläufig auch als Arterienverkalkung bezeichnet.

Zusammengenommen nennt man das Arteriosklerose. Gefäßwände können durch folgende Einflüsse verhärten und reißen:

  • übermäßiger Fleischkonsum (Einlagerung überschüssiger Eiweiße in die Gefäßwand) 
  • Übersäuerung des umliegenden Gewebes
  • leichte PH-Wert-Absenkung des Blutes  
  • oxidativer Stress (Fehlen von Antioxidantien).

Die Flexibilität der Blutgefäße reduziert sich dann. Sie gehen nicht mehr so geschmeidig mit der Pumpwelle des Herzens mit und setzen ihr einen höheren Druck entgegen. Der Blutdruck steigt.

Außerdem entstehen Ablagerungen, die den inneren Querschnitt des Blutgefäßes verringern. Auch dadurch muss mehr Druck erzeugt werden, damit genügend Blut pro Zeiteinheit hindurch gelangen kann.

Falsche Ernährung, Mangelzustände

Die übliche moderne Ernährungsweise wurde in den letzten Jahrzehnten leider immer ärmer an Vitalstoffen. Das hat einerseits mit der Flut an Fertigprodukten zu tun, bei denen die Vitalstoffe durch die Fertigung, wenig hochwertige Zutaten, Konservierungsmittel usw. von „Natur“ aus Mangelware sind.

Andererseits werden unsere Böden immer mehr überdüngt und ausgelaugt, so dass auch unser Obst und Gemüse immer weniger Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralien, Spurenelemente und Enzyme enthält.

Kaliummangel

Kalium ist ein wichtiges Mineral für die Herz-Kreislauf-Gesundheit, da es für die Reizweiterleitung zusammen mit Natrium unverzichtbar ist.

Die Bevorzugung von salzhaltigen Speisen (Natrium) bringt dieses Gleichgewicht oft durcheinander. Kaliumreiche Speisen werden dann oft nicht in ausreichendem Maße gegessen.

Eine Bluthochdruck gerechte Ernährung enthält viel Kalium (Hafer, Buchweizen, Mandeln, Heidelbeeren,…)

Magnesiummangel

Magnesium ist für den Körper sehr wichtig, denn ohne es würden zahlreiche Stoffwechselprozesse gar nicht funktionieren. Z.B. kann das Vitamin C ohne Magnesium nicht arbeiten.

Magnesium sorgt für Entspannung der Muskeln. Das betrifft auch die Muskeln in den Blutgefäßen. Fehlt es, so trägt das zur Verhärtung der Arterien bei.

Lies dazu auch meinen Artikel Blutdrucksenkende Lebensmittel.

Hoher Alkoholkonsum

Alkohol soll das sympathische Nervensystem akut stimulieren, was auch den Blutdruck erhöhen kann. Jedoch reagieren die Menschen bzgl. des Blutdrucks höchst unterschiedlich auf Alkohol, so dass das jeder individuell austesten sollte (Blutdruckmessung nach Alkoholgenuss).

Die langfristige Wirkung von Alkohol auf den Blutdruck beruht auf der Schwächung des Nerven- und Immunsystems, ggf. auch auf der Degenerierung der Blutgefäße.

Gleichzeitig verlangsamen sich Verdauung und Stoffwechsel, was zur Fettleibigkeit beitragen kann.

Beachte bitte auch meinen rechtlichen Hinweis, siehe Link.

Schlussfolgerung

Bluthochdruck ist eine Folgeerscheinung von vielfältigen Ursachen, die in der modernen Lebensweise zu suchen sind. Deshalb sollten eine möglichst natürliche Ernährung, wenig Stress und ausreichend Bewegung in der Natur angestrebt werden, um Risikofaktoren zu minimieren.

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